Hon Sin Gwan Hapkido

Hon Sin Gwan Hapkido

Zur Stilvielfalt im Hapkido

Die Kampfkunst Hapkido ist von Beginn an durch eine große Stilvielfalt geprägt 
– teils unter dem Einfluss anderer koreanischer, chinesischer oder japanischer Kampf- und Bewegungskünste. Allein in unserem Landesverband, dem Nordrhein-Westfälischer Hap-Ki-Do Verband werden mindestens sieben ausgewiesene Stile geübt.

Dabei sind Stilgründungen häufig durch die Motivation erfahrener Lehrender oder organisierter Hapkido-Gruppen motiviert, einem bestimmten Übungsschwerpunkt mehr Raum zu geben, z. B. der 'Selbstverteidigung', dem 'Wettkampfsport' oder dem Thema 'Gesundheit'. Im besten Fall bereichern sich diese Stil dann als Ausdruck einer lebendigen Hapkido-Tradition aneinander und begünstigen ein stilübergreifendes Üben mit hohem Erkenntnis(mehr)wert.

Zum Hon Sin Gwan Hapkido-Stil in Paderborn

In der Tradition dieser Stilvielfalt 
 konkret des Jun Tong Won bzw. Hanminjok Hapkido  folgt das Paderborner Hapkido Dojang seit dem Jahr 2022 einem spezifischen Zugang zum Hapkido, nebst Curriculum mit abgeleiteter Prüfungsordnung. Die Besonderheiten dieses Stils werden bereits durch dessen Bezeichnung angedeutet: Hapkido Hon Sin Gwan, kurz Hon Sin Hapkido – sinngemäß übersetzt als ‚Hapkido-Schule des ganzen oder verbundenen Körpers‘. 

Motiviert ist dieser Zugang durch den Anspruch ‚Technik‘ und ‚Körperarbeit‘ für eine prinzipienbasierte Anwendung stärker zu verbinden. 
Das methodische Fundament der Körperarbeit  Hon Sin Beob – entwickelt sich dazu gegenwärtig insbesondere unter den Stileinflüssen des chinesischen Baguazhang und japanischen Aunkai weiter und bedient sich dabei moderner sportwissenschaftlicher Erkenntnisse.

Hon Sin Hapkido als Kampfkunst

Diese Stilentwicklung geschieht vor dem Hintergrund eines Verständnisses von Kampfkunst, nach dem die Begriffskomponente ‚Kunst‘ ein Entwicklungsziel umfasst, welches durch die Idee der
Reduktion und Konzentration auf das Wesentliche der Kampfkunst abzielt: Eine effektive und effiziente Körperarbeit und deren prinzipiebasierte Anwendung. Techniken sind dabei 'nur' das Resulat einer Körperarbeit bzw. funktionale Repräsentationen der Hapkido-Prinzipien (Yu, Won, Hwa)  als solche sind sie Mittel zum Zweck auf dem Weg zur Fähigkeit, sich mit Hapkido in Auseinandersetzungen zu verteidigen. 

Die Trainings- und Prüfungspraxis in unserem Hapkido folgt dabei der Maxime "So viel Technik wie nötig, so wenig wie möglich". Daraus folgt auch, dass das Waffentraining weniger technisch additiv betrachtet wird, sondern inhärenter Teil der Körperarbeit ist. So sind viele Techniken und Bewegungen des Hapkido erst bzw. besser mit dem Wissen über die bewaffnete Anwendung zu verstehen. Bewaffnetes und unbewaffnetes Üben bedingen und bereichern sich damit gegenseitig, weshalb der Umgang mit ausgewählten Waffen im Erwachsenbereich frühestmöglich thematisiert wird.

Mit steigendem Fortschritt und insbesondere mit dem Erreichen höherer Dan-Graduierungen verlagert sich der Schwerpunkt im Hon Sin Gwan im Sinne des ‚Kunst‘-Verständnisses zunehmend auf die Überwindung der technikzentrierten Übungssphäre, indem die ‚Erforschung‘ der Strukturen und Mechanismen des Körpers und der natürlichen Bewegung ins Zentrum rückt. Über Techniken hinaus wird so ein körperarbeits- und anwendungsorientierter Ansatz der Kampfkunst Hapkido geschaffen.

Kampfkunst als lebenslanger Entwicklungsprozess

Hapkido beschreibt bei uns eine stetige Suchbewegung sowie einen Entdeckungs-, Erkundungs- bzw. Enwicklungsprozess und fördert im Sinne von Moshé Feldenkrais "Bewusstheit durch Bewegung". Demnach soll Hon Sin Hapkido als Kampfkunst nicht nur der Verteidigung dienen, sondern auch gesundheitsförderlich sein und ein Üben bis ins hohe Alter ermöglichen. Die optionale Teilnahme an Wettkämpfen kann auf diesem Weg ein individueller, sportbetonter Entwicklungsschritt sein, fokussiert wird im Training
 jedoch die ganzheitliche Anwendung der Prinzipien als Essenz der Kampfkunst.